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# Auszug aus https://de.wikipedia.org/wiki/Monty_Python unter der CC-by-sa Lizenz. #
Monty Python
Monty Python war eine britische Komikergruppe. Sie wurde 1969 gegründet und hatte ihre Blütezeit in den 1970er Jahren,
in denen die Fernsehserie Monty Python’s Flying Circus und mehrere Kinofilme, unter anderem Das Leben des Brian, entstanden.
1983 löste sich die Gruppe vorerst auf. Der letzte gemeinsame Auftritt aller sechs Mitglieder fand 1989 zur Produktion
der Jubiläumszusammenstellung Parrot Sketch Not Included – 20 Years of Monty Python statt. Nach dem Tod von Graham Chapman
1989 traten die verbliebenen fünf Mitglieder 2014 wieder gemeinsam auf (wenngleich ohne viel neues Material).
Mit der letzten Show am 20. Juli 2014 löste sich die Gruppe auf. Ihr humoristischer Einfluss gilt bis heute als wegweisend
und wurde von zahlreichen Komikern adaptiert und weiterentwickelt.
Monty Python bestand aus:
Graham Chapman (* 1941, † 1989)
John Cleese (* 1939)
Terry Gilliam (* 1940)
Eric Idle (* 1943)
Terry Jones (* 1942)
Michael Palin (* 1943)
Cleese, Chapman und Idle studierten an der Universität Cambridge, Palin und Jones an der Universität Oxford, wo sie im
Schreiben und Darstellen komischer Sketche erste Erfahrungen sammelten. Sowohl Palin und Idle als auch Cleese, Chapman
und Jones hatten bereits für die BBC gearbeitet, als Cleese Anfang 1969 vorschlug, sich zusammenzutun. Diese Gruppenbildung
beim Skript-Schreiben blieb während der Monty-Python-Zeit weitgehend bestehen, Terry Jones bezeichnete dies später als
„The Oxford-Cambridge-Divide“: Zumeist schrieb Cleese mit Chapman und Palin mit Jones, während Idle keinem der beiden Teams
angehörte und neben seinem eigenen Material oftmals auch die Struktur der einzelnen Shows beisteuerte. Das sechste Mitglied,
der US-Amerikaner Terry Gilliam, kam vom Occidental College, Los Angeles, dazu. Er zeichnete sich hauptsächlich durch seine
surrealen Cut-Out-Animationen aus, spielte aber auch kleinere Rollen (meist ohne Text). Im Laufe der Zeit übernahm er immer
öfter die Regie bei den Sketchen und Filmen. Häufige Mitarbeiter der Gruppe waren Carol Cleveland, Connie Booth und Neil Innes,
die in zahlreichen Sketchen des „Flying Circus“ und auch in den meisten Kinofilmen mitwirkten.[1]
Von 1969 bis 1974 drehte die Gruppe für die BBC 45 Folgen (drei Staffeln mit je 13 Folgen, eine Staffel mit sechs Folgen) der
Serie Monty Python’s Flying Circus, in der Sketche und Trickfilmszenen gemischt wurden. Die erste Sendung wurde am 5. Oktober
1969 um 23:00 Uhr ausgestrahlt. In den Jahren 1971 und 1972 wurden zwei Folgen in deutscher Sprache als Monty Pythons fliegender
Zirkus speziell für das deutsche und österreichische Fernsehen produziert und gesendet.
Der Name Monty Python’s Flying Circus für die Show-Serie entstand erst 1969 kurz vor Drehbeginn bei einer der letzten Besprechungen
in Cleese’ damaliger Wohnung in der Basil Street in Kensington:
“Several zany titles resulted until John Cleese came up with the last name Python and Eric Idle remembered a character he had met
in a pub years before. The stranger had been a dapper sort and every time he came into the pub he would ask the patrons, ‘Has Monty
been in yet?’ Idle’s compatriots liked the name and so the troupe and the show became Monty Python’s Flying Circus.”
„Mehrere verrückte Titel kursierten, bis John Cleese mit dem Nachnamen Python ankam und Eric Idle sich an jemanden erinnerte,
den er Jahre zuvor in einer Kneipe getroffen hatte. Der Fremde war ein eleganter Typ, und jedes Mal, wenn er in die Kneipe kam,
fragte er die Gäste: ‚War Monty schon hier?‘ Idles Landsmänner fanden den Namen gut, und so wurde aus der Truppe und der Show
Monty Python’s Flying Circus.“
Die Serie bestach durch ihren überaus ungewöhnlichen, oft absurden Humor. In Anlehnung an den Ausdruck „kafkaesk“ wurde diese
Stilrichtung auch als „pythonesk“ bezeichnet. Sie zeichnet sich durch hintersinnigen und vor allem schwarzen Humor aus.
Die Serie gilt sowohl formal als auch inhaltlich als wegweisend für das Genre der Comedy; insbesondere der Verzicht auf eine
Schlusspointe im Anschluss an eine besonders absurde Szene war revolutionär und wirkte stilbildend. Bewusst wurden Sketche und
ganze Folgen im Widerspruch zu den Sehgewohnheiten als Bewusstseinsstrom inszeniert; auch die Vierte Wand wurde häufig durchbrochen.
Dabei lag hinter der Absurdität der Sketche nicht selten auch harsche Gesellschaftskritik verborgen. Bekannt ist auch die
Erkennungsmelodie aus Monty Python’s Flying Circus: Es handelt sich um John Philip Sousas Marsch The Liberty Bell. Nachdem John
Cleese bereits nach dem zweiten Jahr mit dem Gedanken gespielt hatte, die Gruppe zu verlassen, da er sich mehr Zeit für eigene
Projekte wünschte, war er schließlich in der vierten Staffel (abgesehen von zwei kurzen Auftritten) nicht mehr dabei. Es wurden
für diese letzte Staffel nur noch sechs Folgen erstellt, wobei aber trotzdem noch Texte von John Cleese (mit seinem Einverständnis)
verwendet wurden.
Nach ihrer Zeit beim Fernsehen wandten sich Monty Python dem Film zu, nun wieder unter Mitwirkung von Cleese. Monty Pythons wunderbare
Welt der Schwerkraft (Originaltitel: And Now For Something Completely Different) wurde bereits während der Zeit des Flying Circus für
das Kino gedreht. Er enthielt fast ausnahmslos neu gedrehte Sketche, die aber bereits im Flying Circus zu sehen gewesen waren. Im direkten
Anschluss begannen in Schottland die Dreharbeiten zum zweiten Kinofilm Die Ritter der Kokosnuß (Originaltitel: Monty Python and the Holy Grail),
eine Parodie auf die Artussage und das Genre der Ritterfilme.
Im Jahr 1979 drehte die Gruppe ihren wohl einflussreichsten und bekanntesten Film, Das Leben des Brian. Der von George Harrison
produzierte Film befasst sich satirisch und mit schwarzem Humor mit religiösen und sozialen Themen und parodiert zugleich die
Bibelfilme der 1950er und 1960er Jahre: Der Protagonist Brian, geboren zur selben Zeit wie Jesus von Nazareth, wird immer wieder
für den Messias gehalten und schließlich gekreuzigt. Aufgrund des kontroversen Inhaltes des Filmes protestierten beispielsweise
britische und amerikanische konservative Christen dagegen; nicht selten in der irrigen Annahme, Brian solle Jesus sein (der allerdings
im Film zweimal kurz erscheint). So nahmen manche Kinobetreiber Monty Pythons Werk aus Rücksicht auf religiöse Empfindsamkeiten nicht
ins Programm auf.
Mit Chapman, Idle und Cleese traten 1983 drei der sechs Mitglieder in der Piratenfilm-Parodie Dotterbart (‚Yellowbeard‘) auf, wobei
Chapman auch am Drehbuch beteiligt war. Noch im gleichen Jahr beendete die Gruppe zunächst ihre Zusammenarbeit, unter anderem aufgrund
des verschlechterten Gesundheitszustands von Graham Chapman, der an schwerem Alkoholismus litt. Als er 1989 an Krebs starb, versammelten
sich die verbliebenen Gruppenmitglieder bei der Trauerfeier; Cleese und Palin hielten vielbeachtete Reden, und alle gemeinsam sangen den
Song Always Look on the Bright Side of Life. 1998 traten die fünf Überlebenden gemeinsam in Aspen (Colorado) auf. Auch einzeln waren die
Mitglieder als Schauspieler, Autor oder Regisseur erfolgreich (auch schon vor ihrer Monty-Python-Zeit) und sind es zum Teil auch heute noch.
Der Gruppe gehört auch die Produktionsfirma Python (Monty) Pictures Limited.
Vier der Gruppenmitglieder (Gilliam, Idle, Jones und Palin) traten zusammen mit Carol Cleveland und Neil Innes 2002 auf dem Gedenkkonzert
für George Harrison auf, da er mit seiner extra dafür gegründeten Firma HandMade Films einen ihrer Filme produziert hatte. Für John Cleese,
der zu diesem Zeitpunkt erkrankt war, sprang Tom Hanks bei einer Nummer ein.
Das Monty-Python-Musical Monty Python’s Spamalot wurde 2005 am New Yorker Broadway uraufgeführt, das dort seither regelmäßig gespielt wird
und auch mehrmonatige Aufführungsreihen in London, Las Vegas und im Kölner Musical Dome hatte. Besonders Eric Idle war intensiv an dieser
Produktion beteiligt.
Im Jahr 2012 wurde der Film Absolutely Anything (Deutscher Titel: Zufällig allmächtig) angekündigt. Der Film basiert auf einer Idee von Terry
Jones, der auch Regie führt. In dem Film verleihen alle lebenden Monty Pythons Aliens ihre Stimmen[3]. Der Film wird als „Science-Fiction-Farce“
beschrieben.
Im November 2013 gaben Monty Python bekannt, an einer gemeinsamen Show zu arbeiten. Die Bühnenshow Monty Python Live (mostly), bestehend aus
Sketchen und Video-Einspielungen sowie zahlreichen Liedern, fand an zehn Abenden zwischen dem 1. und dem 20. Juli 2014 in der O₂-Arena in
London statt. Die am 20. Juli 2014 gezeigte letzte Show wurde weltweit in ausgewählte Kinos und per Livestream im Internet übertragen und
ist mittlerweile auch auf DVD bzw. Blu-Ray erhältlich.
Rezeption
Die virtuelle Maschine Parrot verdankt ihren Namen dem Dead-Parrot-Sketch.
Der Name der Programmiersprache Python geht auf die Verehrung für Monty Python durch den Autor Guido van Rossum zurück.
In einem anderen legendären Sketch der Truppe wurde das „Ministerium für komische Gänge“ begründet; hieraus leitet sich der International
Silly Walk Day am 7. Januar eines jeden Jahres ab.
Der Ausdruck Spam für massenhafte E-Mails wurde durch einen Sketch von Monty Python inspiriert, in dem immer wieder der Name der entsprechenden
Dosenfleischmarke genannt wird (siehe auch Spam-Sketch).
1985 benannte der Paläontologe Scanlon eine in Australien entdeckte, heute ausgestorbene Art von Riesenrautenpython aus dem Miozän mit dem
lateinischen Namen Montypythonoides riversleighensis.
Seit 1997 ist der Asteroid 13681 Monty Python nach der Gruppe benannt (s. en:13681 Monty Python). Auch jedes einzelne Mitglied hat bereits seinen
eigenen Asteroiden: 9617 Grahamchapman (en:9617 Grahamchapman), 9618 Johncleese (en:9618 Johncleese), 9619 Terrygilliam (en:9619 Terrygilliam),
9620 Ericidle (en:9620 Ericidle), 9621 Michaelpalin (en:9621 Michaelpalin) und 9622 Terryjones (en:9622 Terryjones).